Ratgeber für Gastgeber
Bessere Fotos mit dem Handy: eine Anleitung für Gastgeber
Bilder sind der größte einzelne Hebel auf einer Gastgeber-Seite – und der einzige, den Sie an einem Vormittag umlegen können. Ein aktuelles Telefon genügt dafür. Es kommt fast alles auf die Vorbereitung an, nicht auf die Kamera.
Lesezeit: 8 Minuten Stand: August 2026 Von IMPULS your Business
Vorher: eine Stunde Aufräumen schlägt jede Kamera
Neunzig Prozent der Wirkung entstehen, bevor Sie das Telefon in die Hand nehmen. Gehen Sie durch jeden Raum und entfernen Sie alles, was nicht zum Bild gehört:
- Ladekabel, Fernbedienungen, Steckerleisten, Papierkörbe.
- Putzmittel, Spülschwamm, Geschirrtuch über der Backofentür.
- Magnete und Zettel am Kühlschrank, Hausordnung an der Wand.
- Persönliches: Fotos, Post, Medikamente, Schuhe im Flur.
- Alles, was am Boden steht und nicht Möbel ist.
Dann herrichten: Bett glatt und frisch bezogen, Polster aufgeschüttelt, Handtücher gefaltet und gleich ausgerichtet, Duschkabine trocken gewischt, Spiegel und Fenster geputzt (auf Fotos sieht man jeden Streifen), Stühle gerade, Vorhänge symmetrisch. Ein paar Dinge dürfen bleiben, weil sie Leben zeigen: eine Obstschale, ein Buch, zwei Gläser auf dem Balkontisch, frische Blumen. Sparsam.
Licht: der Unterschied zwischen Prospekt und Kellerwohnung
- Tageslicht, leicht bewölkt. Der beste Innenraum-Tag ist ein heller Tag mit dünner Wolkendecke – gleichmäßig, keine harten Schatten.
- Vorhänge auf, Rollos ganz hoch. Auch das obere Fensterdrittel.
- Deckenlampen aus. Kunstlicht ist gelb, Tageslicht ist blau – zusammen wird das Bild fleckig. Ausnahme: Abendaufnahmen, dann alle Lampen an und das Fenster als blaue Stunde einbeziehen. Solche Bilder sind schön, aber sie sind das i-Tüpfelchen, nicht die Grundlage.
- Kein Blitz. Nie. Er macht flache Schatten und graue Wände.
- Gegen das Fenster nur bewusst. Stellen Sie sich möglichst so, dass das Licht von der Seite kommt.
Die Kamera einstellen – drei Handgriffe
- Raster einschalten. In den Kameraeinstellungen. Damit halten Sie Linien gerade; kippende Wände sind das sicherste Kennzeichen eines Amateurbildes.
- Auf das Motiv tippen, dann die Helligkeit am Regler leicht absenken, bis die Fenster nicht mehr rein weiß sind.
- Höchste Auflösung, kein Weitwinkel-Extrem. Die Ultraweitwinkel-Linse verzerrt die Ränder und lässt Räume unnatürlich wirken. Die normale Linse, einen Schritt weiter zurück, sieht besser aus.
Standpunkt und Blickhöhe
Halten Sie das Telefon auf etwa 1,40 bis 1,50 Meter – Brusthöhe, nicht Augenhöhe – und waagrecht, nicht nach unten geneigt. Damit bleiben senkrechte Linien senkrecht. Fotografieren Sie aus einer Raumecke schräg in den Raum hinein: Das zeigt zwei Wände und lässt den Raum größer wirken als eine Aufnahme von der Türe geradeaus. Und: quer, nicht hochkant. Websites sind quer.
Die Motivliste
Je Einheit brauchen wir etwa zwölf bis achtzehn Bilder:
- Wohnraum aus zwei gegenüberliegenden Ecken
- Küche gesamt, dazu eine Nahaufnahme der Ausstattung
- Esstisch gedeckt
- Jedes Schlafzimmer, das Bett von schräg
- Bad gesamt, Dusche oder Wanne einzeln
- Balkon oder Terrasse – und der Blick von dort
- Der Eingang, so wie ihn der Gast bei der Ankunft sieht
- Das Haus von außen, Sommer und Winter
- Ein Detail mit Charakter: Kachelofen, alte Tür, Holzstiege
- Parkplatz, Skikeller, Waschraum, Wickelmöglichkeit – die praktischen Dinge
- Zwei, drei Bilder der Umgebung, die Sie selbst gemacht haben
Ein Bild ist wichtiger als alle anderen: das erste. Nehmen Sie dafür nicht die Hausfassade, sondern das, was Ihr Haus besonders macht – die Aussicht, die Terrasse, den schönsten Raum.
Häufige Fehler
- Hochkant fotografiert – passt in kein Aufmacherbild.
- Kippende Wände, weil das Telefon nach unten zeigte.
- Ein einziges Bild pro Raum. Zwei Blickwinkel wirken doppelt.
- Menschen im Bild. Sie lenken ab und bringen rechtliche Fragen mit sich.
- Bilder vom Vorjahr mit alten Möbeln – Gäste merken das und rechnen es Ihnen an.
- Fremde Aufnahmen aus dem Ortsprospekt oder aus dem Netz.
Wichtig beim Weitergeben: nicht verkleinern
Schicken Sie die Bilder in Originalgröße, so wie sie aus der Kamera kommen. Viele Messenger rechnen Fotos beim Versenden stark herunter; auf einem großen Bildschirm wirken solche Aufnahmen unscharf, und die verlorene Qualität lässt sich nachträglich nicht wiederherstellen. Fürs Web verkleinern wir sie selbst – dabei entscheidet der Ausgangszustand über das Ergebnis. Nutzen Sie dafür die Seite Unterlagen senden, die nimmt große Dateien an.
Zum Schluss: Bearbeiten in Maßen
Ein wenig Helligkeit und Kontrast, Horizont gerade rücken, fertig. Was Sie nicht tun sollten: Farben ins Kräftige ziehen, Räume künstlich weiten, den Himmel austauschen. Der Gast vergleicht das Bild mit der Wirklichkeit, wenn er ankommt – und diese Enttäuschung steht später in einer Bewertung.
Sind Personen erkennbar auf einem Bild, brauchen Sie deren Einverständnis zur Veröffentlichung. Bei Kindern das der Eltern. Am einfachsten: keine Personen fotografieren.