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Ratgeber für Gastgeber

Wie Sie Ihr Haus in Worte fassen

Fast jede Gastgeber-Seite beginnt mit denselben vier Wörtern: gemütlich, familiär, ruhig gelegen, herzlich willkommen. Sie stehen auf zehntausend Seiten und sagen deshalb nichts mehr. Was stattdessen wirkt, ist erlernbar.

Lesezeit: 7 Minuten Stand: August 2026 Von IMPULS your Business

Aufgeschlagenes Notizbuch mit Stift an einem Fenster mit Bergblick

Der eine Fehler, den fast alle machen

Die meisten Texte handeln vom Betrieb. Der Gast interessiert sich aber für seinen Urlaub. Derselbe Sachverhalt, zwei Blickrichtungen:

„Unser Haus wurde 2019 umfassend renoviert und verfügt über vier Apartments mit hochwertiger Ausstattung.“

Und in die andere Richtung gedreht:

„Vier Apartments, alle 2019 neu gemacht: Fußbodenheizung, Boxspringbetten, echte Küche mit Geschirrspüler. Sie packen aus und sind angekommen.“

Gleiche Fakten, aber die zweite Fassung sagt dem Gast, was das für ihn bedeutet. Das ist die ganze Kunst.

Konkret schlägt schön

Adjektive kann jeder behaupten, Fakten nicht. Ersetzen Sie jedes Wertwort durch das, was es auslöst:

StattLieber
gemütlichDer Kachelofen ist am Abend in zwanzig Minuten warm.
ruhig gelegenLetztes Haus am Weg, dahinter beginnt die Wiese.
zentralAcht Gehminuten zur Talstation, Bäcker um die Ecke.
familienfreundlichGitterbett, Hochstuhl und Wickelauflage sind da, bitte einfach vormerken.
gut ausgestattetGeschirrspüler, Backofen, Nespresso, Waschmaschine im Keller.
traumhafter AusblickVom Balkon sehen Sie zum Kitzsteinhorn – im Winter bis zur Beleuchtung der Piste.

Was in die Beschreibung einer Wohnung gehört

Nicht als Bauanleitung – die Reihenfolge machen wir. Aber diese sieben Dinge müssen von Ihnen kommen, sonst fehlen sie:

  1. Ein Satz, der die Wohnung beschreibt. „Enzian: 55 m² für vier Personen, Südbalkon, eigener Parkplatz vor der Tür.“
  2. Bilder. Direkt darunter, quer, mindestens zwölf.
  3. Für wen sie gedacht ist. „Passt gut für zwei Erwachsene mit zwei Kindern oder zwei Paare – die Schlafzimmer sind gleich groß.“
  4. Aufteilung. Räume und Betten, in Zahlen. Wer wo schläft, ist die häufigste Rückfrage überhaupt.
  5. Ausstattung als Liste. Zum Überfliegen, nicht als Fließtext.
  6. Preis und was inklusive ist. Mit Endreinigung, Bettwäsche, Kurtaxe – ohne Sternchen.
  7. Ein Satz, der nur auf diese Einheit zutrifft. Etwas, das man in keiner anderen Wohnung im Ort findet – die alte Stubentür, der Blick nach Süden, die eigene Terrasse zum Garten.

Ihr Haus in drei Sätzen

Wenn Sie uns nur eines schicken, dann diese drei Sätze. Kein Willkommensgruß, sondern eine Einordnung: Was für ein Haus, wo, für wen. Zum Beispiel: „Vier Apartments in Kaprun, acht Minuten zur Talstation. Geführt von einer Familie, seit 1998. Direkt buchen, ohne Umweg.“ Danach die Wohnungen, danach die Umgebung, danach Sie selbst.

Der Absatz über Sie – unterschätzt

Das ist die Seite, die Sie von einem Portalobjekt unterscheidet. Ein Absatz, wer Sie sind, seit wann es das Haus gibt, was Ihnen wichtig ist. Dazu ein echtes Foto von Ihnen, kein Symbolbild. Menschen buchen lieber bei Menschen – dieser Vorteil kostet Sie nichts und ist Portalen strukturell verwehrt.

Wörter, die Sie streichen dürfen

Ein Beispiel, vorher und nachher

Vorher:

„Herzlich willkommen! Unser gemütliches Apartment befindet sich in ruhiger Lage und ist ideal für Familien geeignet. Es verfügt über eine komplett ausgestattete Küche sowie einen Balkon mit traumhaftem Bergblick. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!“

Nachher:

„Enzian, 55 m², für vier Personen. Letztes Haus am Weg – hinter dem Balkon beginnt die Wiese, und um sieben hört man wirklich nur die Vögel. Zwei gleich große Schlafzimmer, also kein Streit darüber, wer das kleinere bekommt. Küche mit Geschirrspüler, Backofen und genug Töpfen für ein richtiges Abendessen. Vom Südbalkon sehen Sie zum Kitzsteinhorn.“

Kein Wort davon ist erfunden – es ist dieselbe Wohnung. Nur beschreibt die zweite Fassung, wie es dort ist, statt zu behaupten, dass es schön sei.

Ein Tipp fürs Schreiben

Stellen Sie sich vor, ein Bekannter fragt am Telefon: „Wie ist denn eure Wohnung so?“ Sagen Sie es laut und schreiben Sie mit. Diese Fassung ist fast immer besser als alles, was man am Bildschirm zusammensetzt – weil sie nach Ihnen klingt.