Ratgeber für Gastgeber
Bei Google gefunden werden: Grundlagen für kleine Betriebe
Gegen die großen Vermittlungsportale gewinnt man bei allgemeinen Suchbegriffen nicht. Muss man auch nicht. Die Suchanfragen, die Ihnen Buchungen bringen, sind kleiner, genauer und deutlich leichter zu erreichen.
Lesezeit: 8 Minuten Stand: August 2026 Von IMPULS your Business
Wonach Ihre Gäste tatsächlich suchen
Bei „Ferienwohnung Österreich“ stehen die Portale vorn, und daran wird sich nichts ändern. Interessant für Sie sind drei andere Arten von Suchanfragen:
- Ihr Name. „Alpenhof Bergkristall Kaprun“. Das ist die wertvollste Suche überhaupt: Der Gast hat Sie irgendwo gesehen und will direkt zu Ihnen. Wenn er Sie dann nicht findet, buchen Sie noch einmal über das Portal.
- Ort plus Eigenschaft. „Ferienwohnung Kaprun mit Hund“, „Apartment Zell am See Balkon Familie“. Hier haben kleine Betriebe echte Chancen – wenn diese Eigenschaften auf der Seite auch benannt sind.
- Fragen aus der Region. „Was tun in Kaprun bei Regen“, „Wanderungen mit Kinderwagen Pinzgau“. Wer diese Fragen beantwortet, wird gefunden, bevor überhaupt eine Unterkunft gesucht wird.
Der erste Schritt: das Google-Unternehmensprofil
Kostenlos und für lokale Betriebe der stärkste einzelne Hebel. Es ist das, was rechts neben den Suchergebnissen und auf der Karte erscheint.
- Profil anlegen oder ein bestehendes übernehmen – oft existiert schon ein Eintrag, den jemand anderes erstellt hat.
- Kategorie richtig setzen („Ferienwohnung“, „Pension“ – nicht „Hotel“).
- Adresse, Telefonnummer und Ihre eigene Website eintragen, nicht die Portalseite.
- Öffnungs- beziehungsweise Rezeptionszeiten pflegen, auch Betriebsurlaub.
- Mindestens zehn gute Bilder hochladen, mehrmals im Jahr ergänzen.
- Auf jede Bewertung antworten. Auf freundliche kurz, auf kritische ruhig und sachlich – geantwortet wird für die Mitleser, nicht für den Verfasser.
Wichtig ist, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall exakt gleich geschrieben sind: auf Ihrer Seite, im Profil, beim Tourismusverband, in Verzeichnissen. Unterschiedliche Schreibweisen kosten Vertrauen bei der Zuordnung.
Was Sie liefern – und was wir übernehmen
Bei der Sichtbarkeit gibt es eine klare Arbeitsteilung. Der technische Teil ist unsere Sache: Seitentitel, Beschreibungen, saubere Überschriften, Ladezeit, Verschlüsselung, eine eigene Seite je Einheit und die Angaben im Hintergrund, an denen eine Suchmaschine erkennt, dass hier ein Beherbergungsbetrieb steht. Darum müssen Sie sich nicht kümmern, und Sie müssen es auch nicht verstehen.
Ihr Teil ist der, den niemand für Sie erfinden kann – die Angaben, aus denen sich die Suchbegriffe überhaupt erst ergeben:
- Wie heißt der Ort, wie nennen ihn Gäste? Manche suchen nach der Gemeinde, manche nach dem Tal, manche nach dem Skigebiet. Sagen Sie uns alle drei.
- Welche Eigenschaften treffen auf Ihre Einheiten zu: mit Hund, mit Balkon, für Familien, für zwei Paare, mit Sauna, mit Skidepot, barrierearm. Genau danach wird gesucht – aber nur, wenn es auf der Seite auch steht.
- Was ist in der Nähe, in Gehminuten: Talstation, Bahnhof, See, Bäcker, Bushaltestelle.
- Wie Sie überall geschrieben werden möchten – Name, Adresse, Telefonnummer, exakt in einer Fassung.
Diese Angaben stehen ohnehin auf der Liste, die Sie uns zu Beginn zusammenstellen – siehe Was Gäste auf Ihrer Seite suchen.
Regionale Inhalte: Ihr unfairer Vorteil
Kein Portal kann schreiben, welcher Wanderweg im Mai schon schneefrei ist, wo man am Sonntag frühstückt oder wann das Dorffest stattfindet. Sie können das. Solche Seiten werden gefunden, geteilt und verlinkt – und sie zeigen dem Gast, dass er bei jemandem landet, der sich auskennt.
Ein gepflegter Veranstaltungskalender ist dafür der einfachste Weg: aktuelle Termine sind laufend neuer Inhalt, ohne dass Sie Artikel schreiben müssen. Drei bis vier gute Regionalseiten bringen mehr als dreißig dünne.
Bewertungen
Fragen Sie danach – persönlich, beim Abschied, nicht per Serienmail. Der Satz „Wenn es Ihnen gefallen hat, würde uns eine kurze Bewertung sehr helfen“ wirkt erstaunlich gut. Kaufen Sie niemals Bewertungen: Es ist unlauter, es fliegt auf, und der Schaden ist größer als der Nutzen.
Was nichts bringt
- Schlagwortlisten im Seitenfuß („Ferienwohnung Kaprun Zell am See Salzburg …“).
- Gekaufte Verlinkungen und Eintragsdienste in „500 Verzeichnisse“.
- Das alte keywords-Feld im Seitenkopf. Wird seit Jahren ignoriert.
- Texte, die für Suchmaschinen statt für Menschen geschrieben sind.
- Anrufe von angeblichen „Google-Partnern“, die Ihnen den ersten Platz verkaufen. Google verkauft keine Plätze in den normalen Ergebnissen.
Realistische Erwartung
Bei Ihrem eigenen Namen sind Sie in wenigen Wochen vorn. Bei Kombinationen aus Ort und Eigenschaft dauert es meist drei bis sechs Monate, bis sich etwas bewegt. Wer Ihnen schnellere Ergebnisse verspricht, verkauft entweder Anzeigen – die wirken sofort, aber nur solange Sie zahlen – oder er verspricht zu viel.