Ratgeber für Gastgeber
Website für die Ferienwohnung: die Checkliste
Die meisten Seiten kleiner Gastgeber scheitern nicht an der Gestaltung, sondern daran, dass drei, vier Dinge fehlen, nach denen jeder Gast sucht. Diese Liste können Sie an Ihrer bestehenden Seite durchgehen – oder als Maßstab nehmen, wenn Sie eine neue machen lassen.
Lesezeit: 9 Minuten Stand: August 2026 Von IMPULS your Business
Die ersten Sekunden
Ein Gast, der auf Ihrer Startseite landet, sucht vier Antworten, und zwar in dieser Reihenfolge: Wo ist das? Wie sieht es aus? Was kostet es? Ist es frei? Was diese vier Fragen nicht beantwortet, darf weiter unten stehen. Ein Begrüßungstext, der mit „Herzlich willkommen auf unserer Homepage“ beginnt, beantwortet keine davon.
Inhalt: was unbedingt darauf gehört
- Ort und Lage, im ersten Bildschirm. Nicht nur der Hausname, sondern die Region: „Vier Apartments in Kaprun, acht Gehminuten zur Talstation.“
- Je Einheit eine eigene Seite. Mit Größe in Quadratmetern, Personenzahl, Bettenaufteilung, Ausstattung und eigenen Bildern. Wer drei Wohnungen auf einer Seite zusammenwirft, zwingt den Gast zum Vergleichen – und macht sich bei Suchmaschinen unauffindbar.
- Preise. Zumindest eine Bandbreite mit Saisonzeiten. Seiten ohne Preis werden verlassen, nicht angefragt.
- Verfügbarkeit. Der wichtigste einzelne Punkt – siehe unten.
- Anfahrt. Adresse als Text (kopierbar!), Hinweise zu Parkplatz, Bahnhof, Anreise im Winter.
- Kontakt ohne Hürde. Telefonnummer als anklickbarer Link, E-Mail-Adresse im Klartext, Formular zusätzlich – nicht statt dessen.
- Nebenkosten. Kurtaxe, Endreinigung, Haustiere, Kaution. Was auf der Seite steht, gibt später keine Diskussion an der Tür.
- Hausregeln in Kurzform. An- und Abreisezeiten, Nichtraucher, Kinder.
Verfügbarkeit: der Punkt, an dem die meisten Seiten scheitern
Wenn ein Gast nicht sehen kann, ob sein Zeitraum frei ist, hat Ihre Seite ihre wichtigste Aufgabe nicht erfüllt. Er wechselt dorthin, wo er es sieht – und das ist das Portal. Drei Stufen sind üblich:
- Kalender zum Ansehen. Belegte Tage sind eingefärbt. Besser als nichts, muss aber gepflegt werden.
- Verfügbarkeitsprüfung. Der Gast gibt Anreise, Abreise und Personenzahl ein und bekommt die freien Einheiten mit Preis angezeigt. Das ist für kleine Betriebe meist die richtige Stufe.
- Buchung mit Sofortzahlung. Klingt gut, bringt aber Zahlungsdienstleister, Gebühren und Stornoabwicklung mit. Für die meisten Häuser mit zwei bis zehn Einheiten ist Anfrage-plus-Bestätigung der einfachere und rechtlich unproblematischere Weg.
Technik: fünf Punkte, die man messen kann
- Am Handy zuerst. Mehr als die Hälfte Ihrer Besucher kommt vom Telefon, oft abends auf dem Sofa. Testen Sie Ihre Seite am eigenen Gerät: Muss man seitlich schieben? Sind Schaltflächen mit dem Daumen zu treffen?
- Ladezeit. Unter zwei Sekunden auf dem Mobilfunknetz. Der häufigste Bremsklotz sind Fotos, die direkt aus der Kamera eingebaut wurden.
- HTTPS. Ohne Schloss in der Adresszeile warnt der Browser Ihre Gäste. Ein Zertifikat ist bei jedem seriösen Hoster kostenlos dabei.
- Eigene Domain. Nicht die Unteradresse eines Baukastenanbieters. Sie kostet im Jahr etwa so viel wie zwei Kaffee und gehört Ihnen.
- Eine Adresse, nicht vier. Mit und ohne www, mit und ohne https muss auf dieselbe Seite führen, sonst zersplittert Ihre Sichtbarkeit.
Recht: das Pflichtprogramm
Kein Anwaltsersatz, aber die Punkte, an denen kleine Betriebe regelmäßig hängen:
- Impressum. In Österreich verlangt das E-Commerce-Gesetz Name, Anschrift, Kontaktdaten, Firmenbuchnummer und -gericht, UID, Kammerzugehörigkeit und Gewerbeaufsicht. Es muss von jeder Seite aus in einem Klick erreichbar sein.
- Datenschutzerklärung. Muss beschreiben, was Ihre Seite tatsächlich tut. Ein Text aus dem Netz, der Werkzeuge beschreibt, die Sie gar nicht einsetzen, ist schlechter als keiner.
- Cookie-Banner – oder besser keiner. Ein Banner braucht, wer Werkzeuge einbindet, die Daten an Dritte senden. Wer auf externe Schriften, Karten und Statistik verzichtet, braucht auch keine Einwilligung. Das ist der angenehmere Weg: keine Zustimmungsklickerei für den Gast, kein Risiko für Sie.
- Preisangaben. Für Privatpersonen als Endkunden inklusive aller Steuern, mit Hinweis auf verpflichtende Nebenkosten.
- Bildrechte. Nur eigene Bilder oder solche mit schriftlicher Erlaubnis. Fotos aus dem Ortsprospekt sind nicht frei, nur weil sie die Region zeigen.
Was Sie getrost weglassen können
- Automatisch wechselnde Bilderfolgen über den ganzen Bildschirm – sie kosten Ladezeit und niemand wartet den zweiten Durchlauf ab.
- Hintergrundmusik und Videos, die von selbst starten.
- Ein Chatfenster, das niemand betreut.
- Besucherzähler, Gästebuch, „Letzte Aktualisierung“.
- Lange Firmengeschichte auf der Startseite. Sie ist wertvoll – aber weiter unten.
Zum Abhaken
- Steht Ort und Art des Hauses im ersten Bildschirm?
- Hat jede Einheit eine eigene Seite mit Bildern und Preis?
- Sieht der Gast, ob sein Zeitraum frei ist?
- Ist die Telefonnummer am Handy anklickbar?
- Lädt die Seite mobil in unter zwei Sekunden?
- Zeigt der Browser das Schloss für HTTPS?
- Sind Impressum und Datenschutz vollständig und erreichbar?
- Stehen Nebenkosten und Anreisezeiten irgendwo schwarz auf weiß?
Weniger als sechs Haken? Dann liegt zwischen Ihrer Seite und einer Buchung mehr als nur Gestaltung. Wie man das ordnet, steht im Beitrag Was kostet eine Website.